I. Die Jubiläen im Überblick

150 Jahre

TSG Bad König

TSV Spangenberg

 

125 Jahre

TuSpo Guxhagen

TSV Stockheim

 

100 Jahre

SV Erbach

SV Rot - Weiß Gombeth

SV Viktoria Kleestadt

SV Gross - Seelheim

1. FC Mittelbuchen

TSV Netra

SV Niedernhausen

SV Salmünster

TSG Steinbach

TuS Usseln

FV Wallau

TSV Wichmannshausen

TSV Wolfershausen

 

50 Jahre

VfL Birkenau

SC Gräselberg

TSV Sensbachtal

 

II. Einzelkritik ausgewählter Festschriften

150 Jahre TSG Bad König

Seiten: 88

Format: DIN A 5

Bewertung: Kat. 6

 

Blättert man in der Festschrift, wird deutlich, dass die Aufmachung wohl von finanziellen Aspekten geprägt war. Das fängt bei der Papierqualität an und hört bei den schwarz-weiss-Bildern auf. Nun gut. Der aus neun Sparten bestehende Verein gibt zunächst, unterteilt nach Zeitabschnitten, einen groben Überblick über die wichtigsten Geschehnisse im Verein, bevor dann die einzelnen Abteilungen zu Wort kommen. Da fällt gleich mal auf, dass die Bilder nicht mit Vor- und Zunamen untertitelt sind und überhaupt die Ausführungen nicht gerade sehr umfangreich sind und zum Teil Wesentliches vermissen lassen. So wird z. B. von der Damengymnastik-Gruppe berichtet, diese gehöre "zu den ältesten Sparten der TSG" ( vgl. Seite 59 ). Mehr wird leider nicht verraten. Auch die Ausführungen der Hand- und Fußballabteilung sind sehr gestrafft dargestellt, zumm Teil mit großen (Zeit-)Lücken. Was in den 20-er und 30-er Jahren auf dem Fußballsektor "los" war bleibt im Verborgenen. Man erfährt lediglich, dass 1923 der kleine Platz am Erlenbrunnen mit einem Eröffnungsspiel gegen die Reservemannschatt des FC Mainz 05 eingeweiht wurde ( vgl. Seite 37 f. ). Dass man zuvor, nämlich im Januar 1922, dem Süddeutschen Fußballverband beitgetreten ist, und in welchen Spielklassen man mit welchen Erfolgen oder Mißerfolgen abschnitt: Fehlanzeige. Unangemessen ist u. E. der Hinweis auf das Festbuch zum 100-jährigen Jubiläum ( 1963 ), wenn es heisst: "Die Jahre 1933 bis 1938 waren politisch geprägt. Aus Protokollen ist die schwierige Führung des Vereins ersichtlich. Im Festbuch 1963 ( 100 Jahre ) ist ausführlich berichtet worden" ( Seite 26 ). Wer eines hat darf sich gerne melden ...Dass man der Juniorenabteilung kein eigenes Kapitel gewidmet und diese in die Ausführungen der "Ersten" integriert hat, ist sehr grenzwertig, Bilder gibt´s schon gar keine zu sehen. Das gefällt uns überhaupt nicht. Wenigstens die Handballer präsentieren auf Seite 47 eine Auflistung der "Spartenleiter" seit 1928, was wir bei den Fußballern jedoch vermissen. Hand- wie Fußballer hätten sich wesentlich mehr ins Zeug legen müssen, was auch für die übrigen Sparten gilt. Auf der Suche nach den Ehrenmitgliedern des Vereins sind wir ebenfalls nicht fündig geworden. Alles in allem eine festschrift, die nicht so sein sollte, wie uns das vorschwebt. Wir halten eine Einstufung in unsere Bewertungskategorie 6 für angemessen.

100 Jahre TSV Netra

Seiten: 44

Format: DIN A 4

Bewertung: Kat. 7

 

Erst spät, nämlich, 1953 wurde der im Dornröschenschlaf befindliche Fußballsport in Netra zum Leben erweckt. So die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins, der im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis beheimatet ist. Allzu viel ist es nicht, was man da so alles erfährt. Mit dem Aufstieg in die Kreisliga A ( welchen Kreises bitteschön ?? ) wurde in der Saison 1982/83 der bisher größte Erfolg in der Vereinsgeschichte errungen ( Seite 14 ). Immerhin.

Es sind viele Mängel, die dieser Festschrift anhaften. Oberflächliche Schilderung der Historie, zum Teil fehlende Namensuntertitelungen der Mannschaftsbilder, die seit 1962 bestehende Jugendabteilung wird in nur wenigen Sätzen abgehandelt, Übersichten, Grafiken usw. fehlen völlig. Wahrscheinlich hat da mal wieder eine Person alleine rumgeeiert und etwas zusammengetragen, möglicherweise noch viel zu spät, damit überhaupt etwas zum 100-jährigen Jubiläum präsentiert werden kann. Im Abspann erfährt man, dass die Chronik auf der bereits zum 90-jährigen Jubiläum erschienenen Festschrift basiert und "um ein paar neuere Fotos und textliche Angaben ergänzt" wurde. So ähnlich hatten wir uns das auch gedacht.

50 Jahre TSV Sensbachtal

Seiten: 106

Format: DIN A 5

Bewertung: Kat. 4

 

Es kommt eher selten vor, dass uns eine Festschrift auf Anhieb gefällt. Im Falle des TSV Sensbachtal müssen wir gestehen, dass diese all das enthält, was wir uns von einer gelungenen Festschrift erhoffen, nämlich ein Leitfaden zu sein, der über das Jubiläum hinaus eine solide Grundlage bildet. Und das kann man der Festschrift durchaus attestieren.

Beginnen wir beim Positiven. Da fällt zunächst auf, dass man jedes einzelne Gründungsmitglied im Porträtbild erfasst hat und auch eine Auflistung der Namen sämtlicher Vereinsvorstände, der 2. Vorsitzenden, der Schriftführer, Kassenwarte, Jugendleiter und der einzelnen Abteilungsleiter seit Gründung des Vereins bzw. der jeweiligen Abteilungen enthalten ist. Diese präsentieren sich sehr zufriedenstellend, und was wir bei den meisten Vereinen vermissen, ist beim TSV Sensbachtal vorhanden, nämlich die Angabe darüber, in welcher Saison die "Erste" in welcher Spielklasse spielte inkl. Abschlußplatzierung. Schön auch, dass man die ehemalige Damenfussballmannschaft, die von 1969 bis 1973 existierte, nicht vergessen und diese im Bild präsentiert hat inklusive Namensuntertitelung mit dem Geburts- und dem heutigen Nachnamen ! Auch die Schiedsrichter des Vereins finden Erwähnung, wiewohl man etwas mehr darüber hätte schreiben können, gerade über die "ehemaligen" Schiedsrichter. Positiv fanden wir auch, dass man auf die beiden Vorgängervereine TV 1924 Unter-Sensbach und den VfR Sensbachtal jeweils in einem separaten Artikel eingegangen ist und die Existenz derselben nicht bloß mit einem (Neben-)Satz abgetan hat.

Vermisst haben wir das Gründungsprotokoll, ferner Zeitungsausschnitte von wichtigen Ereignissen oder Spielen, evtl. Mannschaftsaufstellungen oder gar Spielberichtsbögen ( nur bei der Tischtennisabteilung ist ein solcher auffindbar, vgl. Seite 45 ). Ferner hätte man das Cover der "TSV-Nachrichten", die von 1974 bis Anfang der 90-er Jahre erschienen sind ( vgl. Seite 16 ) abbilden und auch auf den Internet-Auftritt des Vereins eingehen können. Was uns nicht gefallen hat, ist der Umstand, dass nicht noch mehr Mannschaftsbilder der "Ersten" ( Fußball ) zu sehen sind, die zwei Mal den Aufstieg in die A-Klasse Odenwaldkreis ( 1990 und 2005 ) geschafft hat. Zumindest auf das Entscheidungsspiel am 8. Mai 2005 hätte man nähe eingehen können ( Mannschaftsaufstellung, Bild usw. ). Dass man die Mannschaftsbilder der Junioren nicht mit den Namen der Jugendspieler untertitelt hat ( vgl. Seite 42 ), ist schade. Dennoch halten wir die Festschrift unterm Strich für gelungen.

100 Jahre TSG Steinbach Abteilung Fußball

Seiten: 136

Format: DIN A 5

Bewertung: Kat. 5

 

Der im hessischen Odenwald beheimatete Verein - Steinbach ist ein Ortsteil von Michelstadt - präsentiert sich auf 136 Seiten, indem man "Schwerpunkte" setzt und verschiedene Spielerpersönlichkeiten porträtiert respektive Meisterschaften ( inkl. den jeweiligen Mannschaftsbildern ) dem Leser in Erinnerung bringt. Das ist zwar ganz nett, doch ohne den erwünschten Tiefgang. Man muß sich da schon sehr reinknien, um einen systematischen Überblick über die Zugehörigkeiten des Vereins zu den jeweiligen Spielklassen zu bekommen. Das Ganze hätte man zum Schluß wesentlich prägnanter durch ein Schaubild "untermauern" können, aber hätte ist halt nur der konjunktiv.

Ein Schwachpunkt in der Festschrift ist mal wieder - wie so oft - der Zeitraum vor 1945. Da bleibt Vieles im Unklaren. Vier Bilder hat man wohl noch auftreiben können: eines vom SV 1913 Steinbach "aus den 20-er Jahren" vor dem damaligen Vereinslokal, dem Gasthaus Zum scharfen Eck ( Seite 33 ), dann eines von der Freien Turnerschaft Steinbach aus dem Jahr 1932 ( Seite 35 ) und noch zwei Bilder der Jugendmannschaften aus den Jahren 1939 und 1940, jeweils ohne Namensuntertitelung ( Seite 71 ). So weit so gut. Das war´s dann aber. Über den sportlichen Werdegang des Vereins erfährt man nur so viel: "Die Steinbacher spielten damals mit Michelstadt, Erbach, Bad König und Höchst, Lengfeld, Roßdorf und Zipfen in einer Klasse" ( Seite 16 ).  Die Zeit der Zugehörigkeit zur Odenwälder Sportvereinigung scheint ebenso unbekannt zu sein wie  der 1922 erfolgte Beitritt zum Süddeutschen Fußball-verband sowie die Gaumeisterschaft der C-Klasse im Gau Bergstrasse in der Saison 1923/24. Und Informationen über den Werdegang der Freien Turnerschaft sucht man ebenfalls vergebens, was bei der Bewertung nicht sonderlich ins Gewicht fällt, da man nicht nur in Steinbach über die Arbeitersportbewegung nicht genügend informiert zu sein scheint.

Was nun den Zeitraum ab 1945 betrifft, so kann man auch damit nicht brillieren, was der eingangs erwähnten Darstellungsweise geschuldet ist. Dem Artikel zu den Schiedsrichtern ( Seite 81-82 ) fehlt der wünschenswerte historische Tiefgang und Ehrenmitglieder scheint der Verein auch nicht zu haben. Ob es eine Homepage gibt und seit wann, bleibt ebenfalls im Dunkeln. Unterm Strich hat man es versäumt, mit dieser Festschrift Massstäbe zu setzen und diese als ein umfassendes Nachschlagewerk zu "etablieren", das diesen Namen auch verdient hat. Wir wollen jedoch nicht ganz so streng sein und die Festschrift noch gerade so in die Bewertungskategorie 5 einstufen.

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