Die Jubiläen im Überblick

100 Jahre

SV Germania Adelsheim

SV Viktoria Aglasterhausen

FV Alemannia Bruchhausen

FV Elsenz

FC Frankonia Eubigheim

FC Grünsfeld

Kreis-Schiedsrichtervereinigung Heidelberg

FT Kirchheim ( Fußballabteilung )

FC Olympia Kirrlach

FV Linkenheim

SG Viktoria Mauer

FV Mosbach

TSV Neckarbischofsheim

FV Neuthard

SV Osterburken

VfB Pfinzweiler

Kreis-Schiedsrichtervereinigung Pforzheim

VfB Reicholzheim

TSG Rohrbach ( Fußballabteilung )

SV Schriesheim

FC Unterreichenbach

SG Waibstadt

 

Einzelkritik ausgewählter Festschriften

100 Jahre FV Alemannia Bruchhausen

 

Fußballkreis: Karlsruhe

Seiten: 86

Format: DIN A 4

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

1959, 1963 und 1976 stieg der Verein aus dem Ettlinger Stadtteil in die 2. Amateurliga auf. Die Verweildauer war nicht allzu lang: nach dem ersten Aufstieg ging´s prompt wieder nach unten, nach dem zweiten Aufstieg gehörte man fünf Jahre dieser Spielklasse an, um dann 1968 erneut abzusteigen, und in der Saison 1976/77 wurde man Letzter, was nicht allzu tragisch war, da die Hälfte der Vereine ohnehin dem Abstieg "verfallen" war, da eine Neueinteilung der Amateurklassen erfolgte. Die Jahre der Zugehörigkeit zur 2. Amateurliga waren das sportliche Highlight in der mittlerweile 100-jährigen Vereinsgeschichte, die in einer 86 Seiten umfassenden Chronik niedergeschrieben wurde. Den "roten Faden" kriegt man  - ab 1945 - präsentiert - mehr aber auch nicht. Tabellen ? Fehlanzeige ! Schiedsrichter ? Gab´s wohl noch keine ! Vorsitzende: erst ab 1933 namentlich bekannt. Oh Herr lass Abend werden.

100 Jahre FC Frankonia Eubigheim

 

Fußballkreis: Buchen

Seiten: 176

Format: 20 x 26 cm

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

Leitfaden einer gut gemachten Festschrift sollte sein, dass Informationen zum sportlichen Werdegang des (Fußball-)Vereins resp. der 1. Mannschaft, vermittelt werden. Dies sollte man stets im Auge haben, wenn man ein Projekt stemmt, das zehn Jahrzehnte Vereinsgeschichte umfasst. Betrachten wir uns das Festbuch des FC Frankonia Eubigheim einmal genauer, so entspricht der Inhalt nicht dem, was uns die äußere Aufmachung vorgaukelt. Die Verarbeitung ist gut ( Hardcover ), der Umfang vielversprechend, die Ausführungen über die sportlichen Aufs und Abs in höchstem Maße unbefriedigend.

Über die Zeit von der Gründung bis 1945 gibt es einen Satz, der zugleich das Highlight dieses Abschnittes bildet. Auf Seite 43 heißt es: "Der Club gehörte dem Süddeutschen Fußballverband an und war der C-Klasse im Gau Hohenlohe zugeteilt." Und jetzt ? Wie ist das zu verstehen ? Von 1919 bis 1939 ( ab 1940 "ruhte das Vereinsleben", vgl. Seite 13 ) spielte man also in der C-Klasse des Gaues Hohenlohe ( wir ergänzen: im Kreis Enz-Neckar, der wiederum dem Bezirk Württemberg-Baden zugeteilt war ) ? Oder doch nicht ? Der Satz ist praktisch symptomatisch für all das, was danach kommt. Konkrete Informationen sind Mangelware, erst Recht über die NS-Zeit. Keine Unterlagen mehr, die hierüber Auskunft geben könnten. Auch nicht in den Archiven ( Kommunalarchiv/Kreisarchiv/Zeitungsarchiv ) der Region ?

Tabellen oder Übersichten: größtenteil Fehlanzeige. Ausnahme: auf Seite 13 werden die 1. Vorsitzenden seit 1919 genannt und auf Seite 93 die Namen der Trainer ab 1973 (!). Dass man auf Seite 78 plötzlich das Kapitel "Fussball" aufschlägt, verstehen wir nicht ganz. Auf den Seiten davor ging´s doch auch um die schönste Nebensache der Welt - oder etwa nicht ? Dem Jugendfussball hat man ein eigenes Kapitel gewidmet ( S. 108 ff. ), doch leider hält man sich nicht an seine eigenen Vorgaben. So ist auf Seite 60 schon von der Jugendarbeit die Rede inkl. Mannschaftsbild. Dass die Mannschaftsbilder überwiegend ohne Namensuntertitelung versehen sind, macht das Ganze nicht hochwertiger. Und was ist eigentlich mit den Schiedsrichtern ?

Das Buch ist quasi ein reines Bilderbuch. Es enthält viele doppelseitige bzw. großformatige (Farb-)Bilder bzw. Bildercollagen und verkennt, dass ein solches Werk zumindest ein Stück weit auch als Nachschlagewerk dienen sollte und nicht nur für jene gedacht ist, die sich hauptsächlich an Bildern erfreuen möchten.

100 Jahre FC Grünsfeld

 

Fußballkreis: Tauberbischofsheim

Seiten: 132

Format: quadratisch

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

Mit seiner Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum setzt der FC Grünsfeld sein bewährtes Konzept fort und baut auf den bisher erschienenen Festschriften auf. Der bisher publizierte Text bleibt unverändert, man schreibt das Geschehen seit dem letzten Jubiläum fort. Dagegen ist nichts einzuwenden. Ärgerlich nur, dass die Ungenauigkeiten, Unstimmigkeiten und Fehler einfach so durchgewunken werden.

 

Das fängt schon mit dem Gründungsdatum an. Niemand weiss das so genau, und über die Festlegung auf das Jahr 1919 heisst es:

... die eigentliche Vereinsgründung ging in das Jahr 1919 zurück. Ein heute noch vorliegender Zeitungsausschnitt beweist, dass am 18. September 1921 das erste Sportfest überhaupt unter der damaligen Führung des J. Rosenbaum abgehalten wurde und dank dieses Beweisstückes und Zeugenangaben und anderen Tatsachen hat der Bad. Fußballverband in Karlsruhe am 6. Dezember 1956 die Vereinsgründung in 1919 abgeändert. Denn eine am 26. Oktober 1967 verlangte Fotokopie war zur Berichtigung des Vereinsregisters notwendig, dessen Antrag daraufhin stattgegeben wurde.

Beweisstück ? ... Kann man so naiv sein ? Scheinbar ja.

Ein Zeitungsausschnitt taugt als Beweisstück schon mal überhaupt nicht. Wenn von einem Sportfest die Rede ist, dann stellt sich die Frage, ob ein Verein i. S. d. Vereinsrechts dahinter steht. War das der Fall, dann muß geprüft werden, ob der Verein bis heute unverändert fortbestand. Und genau daran muß gezweifelt werden. Denn 1927 konstituierte sich ein Fußballverein unter der Bezeichnung Fussball-Club 1927 Grünsfeld/Baden - was im Übrigen vom Verein selbst nicht bestritten wird. Historische Quellen, welche uns vorliegen, belegen, dass von einem Gründungsjahr 1927 auszugehen ist - der Verein in diesem Jahr also 92 Jahre alt wird.

Unter der Bezeichnung SptV. 1927 Grünsfeld/Baden wurde der Antrag des Vereins, dem Süddeutschen Fußball-Verband beizutreten, im Oktober 1927 veröffentlicht. Die Genehmigung seitens des Verbandsvorstandes bzw. die Veröffentlichung derselben erfolgte einen Monat später, im November 1927. Von einem Verein, der 1919 gegründet worden sein soll, ist zu diesem Zeitpunkt nicht ( mehr ) die Rede.

Zum erstenmal konkret wird es bei der Nennung des Datums, an welchem sich die ( verbliebenen ) Mitglieder nach dem Ende des 2. Weltkriegs zu einer ersten Aussprache zusammenfanden. Genannt wird der 27. März 1946. Wenn - wie behauptet - der Verein an diesem Tag "neu gegründet" wurde, könnte man daraus folgern, dass es in der Zeit davor einen Auflösungsbeschluß gegeben hat. War das der Fall, dann wurde der Verein tatsächlich am 27. März 1946 neu gegründet - mit der Konsequenz, dass man in diesem Jahr 73 wird und nicht 100.

Ob nun 73, 92 oder 100 ... mag sich jeder seine Variante aussuchen.

Was wir vermissen, sind Ausführungen zum sportlichen Werdegang, erst Recht, wenn vollmundig behauptet wird, der Verein sei 1919 gegründet worden. Nichts, aber auch gar nichts konnten wir da herauslesen, erst Recht nicht, was von 1933 an geschah.

Nicht alles ist mißlungen. So ist das Kapitel über die Jugendabteilung recht gut, und der Umstand, dass der Verein Schiedsrichter gemeldet hat, fällt nicht ganz unter den Tisch. Zwei Namen werden genannt ... Bilder ? keine ... Und die Ausführungen der übrigen Abteilungen des Vereins sind auch nicht gerade der Brüller.

100 Jahre FC Olympia Kirrlach

 

Fußballkreis: Bruchsal

Seiten: 136

Format: DIN A 5

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

Ups ! Endlich ! Auf Seite 51 beginnt das, wonach wir händeringend Ausschau gehalten hatten, nämlich die "Vereinschronik des FC Olympia Kirrlach". Übersichtlich geht anders, denn der Text ist quasi ein einziger Textbaustein. Die Zugehörigkeit zur 1. Amateurliga von 1951 bis 1955 und 1959/60 - immerhin ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte - findet Erwähnung - nicht mehr und nicht weniger. Da hätte man doch etwas mehr niederschreiben können. Dass man - wie behauptet - im Dezember 1953 Herbstmeister der 1. Amateurliga geworden sein soll, lässt sich nicht aufrechterhalten. Negativ auch, dass man die Teilnahme an der 1. Hauptrunde im DFB-Pokal - der zweite Höhepunkt der Vereinsgeschichte im Jahr 1977 - mit einem Satz abgewürgt hat. Noch nicht einmal das Resultat wird genannt ( wir ergänzen: 0-6 ). Eine Übersicht, wann man welcher Spielklasse angehört hat, sucht man ebenso vergeblich wie Informationen über die Schiedsrichter des Vereins. An den unübersichtlichen Text reihen sich über 50 Seiten Bilder an ( S. 79 bis S. 128 ) - das war´s dann auch. Chance vertan.

100 Jahre FV Linkenheim

 

Fußballkreis: Karlsruhe

Seiten: 170

Format: quadratisch

Bewertung: 5 ( annehmbar )

 

Der Hauptmangel der Festschrift besteht darin, dass der Zeitraum vor 1945 nicht umfassend genug dargestellt wird. So wird davon berichtet, der Verein habe zwischen 1930 und 1935 zwei Meisterschaften errungen. Zwischen 1930 und 1935 ... Man stelle sich vor, in der Presse stünde zu lesen: Die Bundesliga wurde zwischen 1960 und 1970 gegründet. ... Von Nachrecherche keine Spur. Ist ja auch schon lange her.

Dies betrifft gerade auch die 20-er Jahre. Von einem vorübergehenden Zusammenlegen des FVL mit dem TVL von 1922 bis 1929 ist da die Rede. "Die Vereine gingen aber bald wieder eigene Wege."  Vorübergehendes Zusammenlegen ? Eigene Wege ? Ach so !

Und die Nazizeit ? Wird mal wieder mit wenigen Sätzen abgewürgt.

Positiv zu erwähnen ist, dass man die beiden Vereinsgründungen 1906 und 1909 nicht hat unter den Tisch fallen lassen.

Leider wurde der Zeitraum, in dem man der 2. Amateurliga angehörte ( 1953 - 1955; 1960 - 1966 und 1975 - 1977 ), recht stiefmütterlich umschrieben, und von den Entscheidungsspielen, die man über die Jahre hinweg immer wieder mal auszutragen hatte, hätten wir gern die Mannschaftsaufstellungen erfahren. Nichts dergleichen. Positiv ist zu vermerken, dass wenigstens die Zugehörigkeit zu den einzelnen Spielklassen ab 1945 in tabellarischer Form vorhanden ist und man bemüht war, auch die Jugendabteilung in anschaulicher Form zu präsentieren. Ebenso, dass die meisten Mannschaftsbilder mit Vor- und Zunamen untertitelt sind. Vom 12. Mann aber auch hier - wie bei vielen anderen Festschriften - keine Spur.

100 Jahre SG Viktoria Mauer

 

Fußballkreis: Heidelberg

Seiten: 24

Format: DIN A 5

Bewertung: 8 ( unbrauchbar )

 

Wir empfehlen jedem, der wissen möchte, wie man eine Festschrift besser nicht macht, sich ein Exemplar davon zu besorgen. Denn die ist wirklich ein Musterbeispiel dafür, wie man Vereinsgeschichte perfekt abwürgt. Der Fernsehsender TELE 5 hatte mal eine Reihe im Programm, die sich "Die schlechtesten Filme aller Zeiten", abgekürzt "SCHLEFAZ", nannte. Da die beiden Begriffe "Film" und "Festschrift" zufälligerweise mit einem "F" beginnen, möchten wir diesen Begriff aufgreifen und ihn auf diesen Fall übertragen.

100 Jahre Mosbacher Fußballverein

 

Fußballkreis: Mosbach

Seiten: 126

Format: DIN A 4

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

Einen schlanken Fuß hat man sich in Mosbach mit dieser Festschrift gemacht. Denn die kopiert den Text aus jener zum 75-jährigen Jubiläum 1:1, um dann die letzten 25 Jahre - nach Spielzeiten gegliedert; Länge: zwischen sechs und zwanzig Sätze - anzufügen. Warum man hierfür eine Arbeitsgruppe, bestehend aus neun Personen, benötigt hat, die in 16 Zusammenkünften zwei Jahre lang darüber schwadronierten, wie die Festschrift auszusehen hat, wissen die Götter. Arbeitsgruppe ...

Vieles hat die Arbeitsgruppe übersehen. Der Hammer: dass man die Mannschaftsbilder der Jugendmannschaften nicht mit den dazugehörigen Namen versehen hat, verschlägt uns die Sprache. Und wenn manche Bilder aus der Aktualität qualitativ schlechter sind als solche, die Jahrzehnte zuvor entstanden sind, besagt das alles. Hauptsache schnell gescannt.

Es finden sich etliche Doppelseiten mit Bildern von Meisterschaften und Relegationsspielen -  da hätte sich angeboten, wenigstens die Statistik mit einzublenden, wenn man schon in der Mitte der Heftseite einen relativ großen "Kasten" ausgespart hat, der die jeweilige Begegnung benennt und mehr nicht.

In den Ausführungen zur Zeit vor 1945 fehlen nahezu alle Informationen zum Spielbetrieb selbst. Der Satz "1922 wurde die 1. Mannschaft Meister der damaligen B-Klasse und die 2. Mannschaft Meister der C-Klasse" ist noch genauso falsch wie vor 25 Jahren. Denn: man wurde in der Saison 1922/23 Meister der C-Klasse. Noch nicht einmal taucht der Begriff "Elsenzgau" auf; dieser wurde schon aus der letzten Festschrift gekippt. Und: von der Meisterschaft in der B-Klasse, Abt. 1, in der Saison 1924/25, der Gaumeisterschaft und dem anschliessenden Aufstieg in die A-Klasse und so weiter und so weiter - kein Wort.  Und die Zeit des Nationalsozialismus ? Gab´s den überhaupt ? Die Frage ist berechtigt denn: der Begriff kommt in den wenigen Sätzen über diese Zeit nicht zur Sprache. In den Sonntagsreden der Politiker und Sportfunktionäre heisst es, landauf landab, doch immer, man müsse sich damit auseinandersetzen, um diese Zeit den kommenden Generationen näher zu bringen etc etc.. Alles nur Geschwätz. Über den Spielbetrieb erfahren wir Folgendes: "Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges gab es einen geregelten Spielbetrieb und der MFV zählte zu den führenden Mannschaften seiner Klasse." Welcher Klasse ? Jedenfalls: die Saison 1934/35  kann damit nicht gemeint sein, denn die beendete man als Tabellenletzter.

100 Jahre TSV Neckarbischofsheim

 

Fußballkreis: Sinsheim

Seiten: 48

Format: DIN A 5

Bewertung: 6 ( mässig )

 

Überregional hat der TSV Neckarbischofsheim noch nicht von sich reden gemacht. Weder vor noch nach dem Krieg. Was nicht nur in Neckarbischofsheim sondern auch bei den meisten anderen Fußballvereinen in Deutschland der Fall ist. Soweit so gut.

Wenn man aber einen Spieler in seinen Reihen hatte, der nicht nur bundesweit, sondern auch darüberhinaus einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt, dann sollte man dessen Namen nicht im Kleingedruckten verstecken. Die Rede ist von Gerd Störzer, dem Pokalhelden von Eppingen, der - hervorgegangen aus dem TSV Neckarbischofsheim - den Hamburger SV am 26. Oktober 1974 im Alleingang erschoß.

Das Anliegen der Festschriftmacher war - so scheint es - auf möglichst kleinem Raum möglichst Viel zu präsentieren. Das wiederum ging - leider - mit einer relativ kleinen Schriftgrösse einher. Ärgerlich auch, dass die Mannschaftsbilder nicht mit Namen versehen sind, obwohl der dafür benötigte Platz vorhanden gewesen wäre: neben jedem Mannschaftsbild befindet sich ein unbetexteter Seitenteil. Übersichten gibt es - doch ohne zeitliche Zuordnung. Die ohne Seitenzahlen versehene Festschrift enthält auch keine (Abschluß-)Tabellen. Der ganze Text wirkt zu sehr "gestaucht" - die Infos dienen nur als erste, grobe Orientierung. Über die Schiedsrichter des Vereins erfahren wir nichts, es sei denn, man hat die Infos im Kleingedruckten in einem Nebensatz untergebracht. Positiv, dass der Damenfußball, den es von 1970 bis 1973 gab, nicht unter den Tisch fällt. Die Behauptung, man habe 1931 das Endspiel um die Kreismeisterschaft der A-Klasse knapp mit 0-1 gegen Meckesheim verloren, läßt sich nicht halten. Der TSV Neckarbischofsheim nahm erstmals in der Saison 1929/30 (!) am Spielbetrieb der B-Klasse im Elsenzgau teil. Bis 1933 gehörte man der B-Klasse an, danach erfolgte eine Neueinteilung der Spielklassen. Vom TSV Neckarbischofsheim dann pikanterweise keine Spur mehr. Wie man zu dieser Behauptung kommt ist uns jedenfalls schleierhaft.

100 Jahre FV Neuthard

 

Fußballkreis: Bruchsal

Seiten: 170

Format: 21 x 21 cm

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

Auch beim FV Neuthard nimmt man es mit dem Gründungsdatum nicht so ganz genau. Der Fußballverein Viktoria, 1919 gegründet, löste sich 1926 auf. Im Februar 1930 ging man "im katholisch geprägten Neuthard" der DJK-Sportbewegung auf den Leim, der man bis 1933 angehörte. Die Fußballabteilung, so heißt es weiter, "machte sich dann wieder selbständig unter dem Namen Fußballverein Neuthard und einigte sich mit dem Turnverein zu der Verschmelzung von Turn- und Sportverein."

170 Seiten, Hardcover, gelungene Gestaltung der Titel- und Rückseite - das Festbuch des FV Neuthard macht einen guten Eindruck - auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick müssen wir feststellen, dass der Informationswert nicht allzu hoch ist. Schwer verdaulich ist, dass der Umfang der Ausführungen zur "Geschichte des Vereins" ( 10 Doppelseiten ) dem Umfang der beiden Kapitel "Dorffest" ( 4 Doppelseiten ) und "Kulturelles" ( 6 Doppelseiten ) entspricht. Die Ausführungen in den Kapiteln "Bau Vereinsheime" ( 4 Doppelseiten ), "Bau und Infrastruktur" ( 2 Doppelseiten ), "Platzsanierung 2017" ( 3 Doppelseiten ) und dem  "LaOla-Fussballsommer inkl. Beachparty" ( 4 Doppelseiten ) belegen zusammen nochmal 13 Doppelseiten. Noch Fragen ?

Es ist Vieles unrund in dieser Festschrift. So werden die "Trainer der letzten 25 Jahre" namentlich aufgeführt. Wieso eigentlich nur der letzten 25 Jahre ? Ärgerlich ist auch, dass die Namen der Jugend-Spieler jedesmal auf einer separaten Seite genannt werden. Diese hätte man auch locker unterhalb der Bilder einfügen können. Reine Platzverschwendung ! Aber dafür hat man wenigstens die "Abschlusstabellen seit 1945" am Ende des Buches kräftig kastriert. Dafür dann 14,90 Euro zu verlangen ist schon happig.

100 Jahre SV Osterburken

 

Fußballkreis: Buchen

Seiten: 152

Format: quadratisch

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

"In dubio pro reo" lautet ein Grundprinzip im Strafprozessrecht. Übertragen auf die Bewertung dieser Festschrift könnten wir formulieren "in dubio pro Festschrift" - oder so ähnlich. Zwischen mässig und schlecht bewegt sich unsere Bewertung für das vorliegende Werk. Wir haben uns nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, die Festschrift als "schlecht" zu bewerten. 

Die Vorgehensweise ist einfach gestrickt: von den bisher erschienenen Festschriften werden bestimmte Passagen 1:1 übernommen, und den letzten 25 Jahren widmet man dann ganze drei Seiten. Im Anschluß werden die einzelnen Abteilungen des Vereins kurz und knapp vorgestellt. Hier beginnt gleich das Ärgernis: warum hat man die (Fußball-)Seniorenmannschaften mit Vor- und Zunamen untertitelt, nicht aber die fünf Juniorenteams ? Platz dafür wäre ausreichend vorhanden gewesen. Dass man bestimmten Ereignissen, z. B. dem Ballonunglück am 15. Januar 1994, der Einweihung des generalsanierten Hauptspielfeldes, dem Spiel am 6. Juli 2005 gegen den damaligen (noch)Drittligisten TSG 1899 Hoffenheim etc. jeweils auf einer Doppelseite präsentiert, ist positiv, dabei steht das Text-Bildverhältnis nicht im Einklang. Wenig Text, dafür umso mehr Bilder; wenigstens die Mannschaftsaufstellungen hätte man ja benennen können. Auf den letzten 40 Seiten werden ausschließlich Bilder, auch viele Mannschaftsbilder, präsentiert ( "Impressionen Jugendturnen", "Impressionen Erwachsenenturnen", "Impressionen Jugendfßball", "Impressionen Erwachsenenfußball" ) - alles aber ohne Zuordnung. Was soll man dazu noch sagen ? Nach Schiedsrichtern des Vereins hält man vergebens Ausschau, auch Abschlußtabellen - zur besseren und schnellen Orientierung - sucht man vergebens. Lange Zeit scheint die Erstellung dieser Festschrift jedenfalls nicht in Anspruch genommen zu haben.

100 Jahre VfB Pfinzweiler

 

Fußballkreis: Pforzheim

Seiten: 96

Format: DIN A 5

Bewertung: 6 ( mässig )

 

Das kleinste Fußballdorf des Enzkreises - so die eigene Einschätzung, vgl. S. 33 - gehörte einst dem Württembergischen Fußballverband an und nahm erstmals in der Saison 1965/66 an den Verbandsspielen des Badischen Fußballverbandes im Fußballkreis Pforzheim teil. Ehrlich gesagt, blicken wir bei dem Wechselprozedere trotzdem nicht ganz durch. Wie es scheint, nahm man an den Verbandsspielen des Badischen Fußballverbandes teil, ohne zugleich den Wechsel zum BFV zu vollziehen, der wohl zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt ist. Hier wäre etwas mehr Klarheit wünschenswert gewesen.

Erst rund vier Jahre nach seiner Gründung, trat der Verein dem Süddeutschen Fußballverband bei. Es heißt, dass man mit der ersten und zweiten Mannschaft die Bezirksmeisterschaft gegen Nagold errungen habe. 1929 sei der Spielbetrieb zum Erliegen gekommen und 1932 wieder aktiviert worden. Warum das so war, wird den nachfolgenden Generationen nicht mitgeteilt. Hier hätte ein Hinweis auf die einsetzende Weltwirtschaftskrise und die Auswirkungen in Deutschland ( in der Spitze über 6 Millionen Arbeitslose ) für Klarheit gesorgt. Über die Zeit des Dritten Reiches ( 1933 bis 1945 ) erfahren wir de facto nichts, und was den sportlichen Werdegang nachdem 2. Weltkrieg betrifft, so wird dieser zwar in seinen Grundzügen skizziert - mehr aber nicht. Eine einzige Tabelle konnten wir entdecken ( S. 29 ), ansonsten leiden die Ausführungen an der Unübersichtlichkeit. Es wurde - wie in den meisten Fällen - alles, was sich zugetragen hat, in den Text integriert: sportliche Entwicklung, bauliche Massnahmen, Junioren. Und zu schlechter letzt folgt dann doch wieder ein separates Kapitel zur Jugend und zum Ausbau des Vereinsheims.

Zur sportlichen Entwicklung der jüngeren Vergangenheit:

Die im Jahre 2009 gegründete (Senioren-)Spielgemeinschaft mit den Sportfreunden Feldrennach hielt nicht lange und wurde 2011 wieder beendet. Sieben Jahre später, am 20. April 2018, wurde dann die Jugend-Spielgemeinschaft ( JSG ) Straubenhardt gegründet, welcher Spieler aus folgenden Vereinen angehören: VfB Pfinzweiler, Spfr. Feldrennach, SpVgg Coschwa, SV Ottenhausen und FV Langenalb.

100 Jahre VfB Reicholzheim

 

Fußballkreis: Tauberbischofsheim

Seiten: 70

Format: DIN A 5

Bewertung: 8 ( unbrauchbar )

 

Die Festschrift besteht aus zwei Teilen und ist praktisch eine bloße Aneinanderreihung von Bildern, wobei es nur die Volleyball- und Kegelabteilung des Vereins geschafft haben, ihre Mannschaftsbilder mit Vor- und Zunamen zu versehen. Bei den Fussballern und Turnern ist das leider nicht der Fall.

Teil 1 der Festschrift besteht aus 6 Doppelseiten. Es ist quasi eine Bilderchronik, die mit wenigen Anmerkungen und den dazugehörigen Jahreszahlen versehen ist. Es folgen die aktuellen Mannschaftsbilder der Senioren- und Jugendmannschaften.

Teil 2 beinhaltet die einzelnen Vereine, welche an der jährlich stattfindenden Wertheimer Stadtmeisterschaft teilnehmen ( Reicholzheim ist ein Stadtteil von Wertheim am Main ); man hat quasi den "Turnierteil" in die Festschrift integriert.

Weiteren Kommentar ersparen wir uns. *grrrrrrrrr*

100 Jahre SV Schriesheim

 

Fußballkreis: Mannheim

Seiten: 232

Format: 21 x 21 cm

Bewertung: 6 ( mässig )

 

Die Aufmachnung täuscht. 232 Seiten, Hardcover, Gewicht: 847 Gramm. Das Buch liegt gut in der Hand. Doch wenn man wissen möchte, wann der Verein, d. h. die 1. Mannschaft, in welcher Spielklasse gespielt hat, mit welchem Erfolg oder Mißerfolg, dann sucht man vergebens. Die Ausführungen zum sportlichen Werdegang treten - und das ist das Hauptmanko dieses Buches - trotz viel Text leider in den Hintergrund. Man muß froh sein, überhaupt mal auf Sätze zu stoßen, in denen die Zugehörigeit zu einer bestimmten Spielklasse erwähnt wird. Die Zeit des Dritten Reiches wird mit ganzen 4 Sätzen umschrieben - da müßte man glatt die Note 6 geben, wenn wir jetzt im schulischen Bereich "unterwegs" wären. Übersichten - wer war von wann bis wann 1. Vorsitzender etc. - fehlen ganz, Abschlußtabellen ebenfalls. Die Grundeinteilung - Senioren, dann Jugend - wird nicht konsequent eingehalten, sonst befände sich nicht ein Bild der A-Jugend im Kapitel über die Senioren ( Seite 46 ). Die Ausführungen zum Jugendbereich sind überraschenderweise recht ausführlich, die Mannschafsbilder größtenteils - leider nicht alle - mit Vor- und Zunamen untertitelt. Die Schiedsrichter des Vereins werden - auf einer Seite - in wenigen Worten und anhand dreier Bilder thematisiert. Über die Privat- und AH-Mannschaft und deren Aktivitäten wird auch viel geschrieben - fast könnte man meinen, diese stünden im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens.

100 Jahre 1. FC Unterreichenbach

 

Fußballkreis: Fußballkreis Pforzheim

Seiten: 58

Format: 29,5 x 21,5 cm

Bewertung: 7 ( schlecht )

 

Einfach gestrickt kommt nicht immer gut. Die Festschrift des 1. FC Unterreichenbach fasst die ersten 75 Jahre der Vereinsgeschichte ziemlich knapp zusammen, um dann - getrennt nach Spielzeiten - jede Spielzeit ebenso knapp zu erläutern. Tabellen finden sich keine, der Pokal wird ganz ausgespart. Die Mannschaftsbilder sind nicht durchgängig mit Namen untertitelt ( S. 25, 33 ), doch das ist offensichtlich Nebensache. Auch über die Schiedsrichter erfährt man leider nichts - ist ja auch nur das fünfte Rad ... ääähh ... der zwölfte Mann. Über die NS-Zeit ( 1933 - 1945 ) ist nur ein einziger Satz enthalten. Vielleicht auch besser so.